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16.05.2010
| 01:37
Zustand: nüchtern
Musik: Samsas Traum - Barfuß

Vergangenheit + Gegenwart = Zukunft ?
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Ich steh zwar mittlerweile eher mehr so auf künstlerisch angehauchte Beiträge, aber was solls. n Problem ist auch einfach derzeit, dass ich nicht mehr ständig mit 'ner Kamera rumrenne. Ich brauche einfach wieder dringendst ein Fotohandy. Das ist echt ganz wichtig.

Dinge, die man mal einschmeißen sollte:


Alles Gute noch mal nachträglich zum Geburtstag auch von hier, Danny!

 

Ja, dies ist der offizielle Beweis, dass unsere allseits beliebte Sabine mal ziemlich winzig war! Und anscheinend auch beizeiten ein nihilistisch angehauchter Nörgelpott, der mit der Gesamtsituation in der Gesellschaft maßlos unzufrieden war und jegliche positiven Ansätze verneint hat. Das hat sie dann auch jedem Passanten mit thematischem Schwerpunkt auf den philosophischen und moralischen Fehltritten der Menschheit trotzig und mit gekonnter Mimik dargelegt. Ein Mensch mit Charakter.


Vatertag war wie immer 'ne große Nummer, aber Jungs -- wir haben zu wenig getrunken. Das muss nächstes Mal anders werden!

 

Das war's auch schon. Bis dann.

 

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Für alles, was ich je gedacht...
Für alles, was ich je vollbracht...
Für alles was ich je getan...
Lässt Gott mich in die Hölle fahr´n.


Samsas Traum - Ein Duell mit Gott

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04.05.2010
| 14:04
Zustand: sauer
Musik: DTH - Zurück zum Glück

Es war einmal...
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... ein Land, in dem Honig aus den Wasserhähnen floss und Gummibärchen an den Bäumen hingen. Die Sonne schien auch nachts und wenn mal ein Verbrechen geschah, dann wurde der Täter schnell gefasst und gerecht verurteilt. Klare Spielregeln, alle waren einverstanden. Die Kinder lernten Recht und Ordnung, wurden aufstrebende Jungakademiker und führten das Glück fort.

Doch als der Honig ausging, da wurden aus den Jungakademikern Altakademiker, die gebildete Elite, die um alles in der Welt ihren Wohlstand bewahren wollten - koste es, was es wolle. Heute wundert man sich, warum unsere Generation kein Glück mehr habe, warum wir plötzlich um unser Wohl fürchten müssten. Was war da los? Haben wir unseren Platz an der Sonne verloren?

Und dann kommt die Erkenntnis: War schon früher etwa nicht alles heile Welt gewesen? Waren die ersten Regierungen etwa auch schon korrupt? Waren die getreuen Herren Richter von einst etwa auch schon dabei gewesen, unliebsame Dinge zu verschleiern? Wann fing die Heuchelei denn an? Denn nicht erst seit Schopenhauer wissen wir, dass unser Weltwille dann und wann unsere Aufrichtigkeit in die Knie zwingt. Im Kollektiv ist das aber auch einfach, da braucht sich ja niemand Vorwürfe machen. Plötzlich schreien alle sogar, dass die Gummibärchen, die noch halb verdorben von den Bäumen zu pflücken sind, schlecht seien. "Die sind aus Tier, die sind aus Tier! Esst sie nur, befriedet eure Gier!" tönt es aus der Ferne. Ja steht die Welt denn Kopf? Verliert alles an wert? Wir fühlen uns, als nähme man uns den Boden, auf dem wir stehen.

Wenn wir uns nun umblicken, können wir die Scheuklappen ablegen oder sie aufbehalten. Das liegt an uns. Unter dem Motto der Menschlichkeit und des guten Willens wird uns alles angepriesen. Wie schön, mag sich da der naive Optimist denken, alle wollen nur mein Bestes!
Er schlägt die Zeitung auf und denkt, wow! Eine Frau türkischer Herkunft wird erstmals in eine Landesregierung aufgenommen! Es geht bergauf, Integration olé! In Hannover wird sie Ministerin für Soziales. Danke, CDU, denkt er dann. Danke.

Der Pessimist hingegen ist skeptisch und wird fündig. Er denkt sich, ach, und warum hat diese neue, von allen gefeierte Ministerin für Soziales vorher eine Firma geleitet, in der sie massiv Lohndumping betrieben hat? Eine gemeinnützige Organisation für die Vermittlung von Jungtürken gründete, Fördergelder vom Staat bekam, um diese Vermittlungsbedürftigen in ihrem selbstgeleiteten Unternehmen zu Niedrigstlöhnen zu beschäftigen? Nicht alle, freilich, aber einige. Das reicht für den Pessimisten ja schon aus. Und so eine wird dann Sozialministerin. Großartig, liebe CDU, denn ihr wusstet davon. Lasst euren neuen Politstar nur weiter feiern, die meisten Menschen wählen ja lieber die Scheuklappen, ihr werdet wie immer damit durchkommen! Beschwert euch nur weiter über einen Amtsträger anderen politischen Lagers, der zu seinen Überzeugungen steht.
Der Pessimist liebt solche Dinge. Sie geben ihm Recht.

Na, aber es ist ja nicht alles schlecht, denkt der Optimist vier Häuserblocks weiter am Küchentisch. Es ist Wochenende, er sortiert seine Schulsachen. Er ist Lehrer. Da kommt Unterrichtsmaterial von einem gemeinnützigen Verein durch den Briefschlitz hereingeflattert, dicke Hefte mit ausgearbeitetem aktuellen Material für den Unterricht. Wie nett! Denkt sich der Optimist. Ich brauche nicht mehr die verstaubten Lehrbuchklassiker benutzen. Wenn es solche Verein nicht gäbe... Die Bildungspolitik lässt da ja Subventionen vermissen. Fröhlich plant er die Benutzung des neuen Materials mit ein.

Er ist engagiert. Und während er die einzelnen Unterrichtsstunden durchplant, wird er selbst ein wenig skeptisch. Atompolitik ist das Thema - die in den Materialien vorgestellten Argumente für beide Argumentationsseiten fallen aber ein wenig unterschiedlich überzeugend aus. Hm. Die Fürsprecher haben ausgearbeitete, lang begründete Argumente, die Kontrahenten hingegen nur Einzeiler auf ihrer Seite stehen. Er blickt auf und wundert sich ein wenig, nippt an seinem Tee. Da klingelt es plötzlich an der Tür. Das sind gewiss meine Nachbarn und wollen mit mir Tee trinken! Denkt er entzückt, geht zur Tür und öffnet sie.
Doch - Schockschwerenot - es ist der Pessimist! Grimmig blickt ihn dieser an, wirft ihm ein Heft entgegen, holt aus und schlägt ihm in die Fresse. Der Optimist stürzt zu Boden, kracht gegen die Flurkommode, stößt sich den Kopf am Spiegel, der Spiegel zerberstet. Der Pessimist schaut wortlos auf ihn herab und geht fort.

Benommen rappelt sich der Optimist auf, sein Blick fällt auf das Heft vom Pessimisten. "Rechenschaftsberichte der FDP" steht darauf geschrieben. Ungläubig blättert er zur markierten Stelle - die FDP ist zu 50% Anteilseigner des sog. gemeinnützigen Vereins des Unterrichtsmaterials, das mittlerweile so weit verbreitet ist. Mit Schrecken in den Augen besichtigt er das weitere Material. "Sozialpolitik", "Hoch im Kurs", "Traumberuf Chef", Safety 1st", "Private Vorsorge", ... Es nimmt kein Ende. Und da noch ein Notiz vom Pessimisten. 100 000 Lehrer haben diese Materialien (aus Not heraus?) schon bezogen. Schlagen so Lobbyisten aus der desaströsen Schulsituation Kapital? Meinte Herr P. so etwas in seinem ewigen Sermon über Klientelpolitik, die Einzelinteressen fördere? Traurig sitzt der Optimist zwischen den Scherben und weiß nicht ein und nicht aus.

Er hatte diese Partei gewählt, sie versprachen doch, alles besser zu machen.

 

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Es ist nicht einfach zu erklären, wo man hin will,
wenn man selbst nicht weiß, wo man steht.
Denn ohne Standpunkt, ohne Ziele,
können sich die Dinge dreh'n.


Betontod - Ohne Standpunkt

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20.04.2010
| 11:21
Zustand: besonnen
Musik: Parov Stelar - irgendwas

Der Ernst des Strebens
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Ach, Massenwahn! Ach Eitelkeit! Ach Eigenart, die nach Geltung schreit!
Weh wird mir, wenn, den Konsens im zeitgeistlichen Angesicht beachtet, ich die Rennerei der Zeit und ihrer Genossen mir so betrachte. Es ist ja so eminent gewichtig, rummsbummsschnell durchs Studium zu kommen, seinen Abschluss gut zu machen, viele Praktika zu absolvieren, ein schönes Bewerbungsfoto zu haben und ein gut gepflegtes sauberprima VZ-Profil, bereinigt um all die wirklich erlebnisreichen Tage, damit wir geistesbehellt vorrangig in der Zunft der Zeit stehen. Aber ist's nicht so, dass man schnell vergisst, was wahrlich von gesellschaftlichem Nutzen ist? Und was macht das Herzblut dabei. Lehnte ich mich zu weit aus dem Fenster, dann schriee ich hinaus: Nieder mit dem Karrierezwang! Nieder mit der Fertigung des Kompaktstudenten! Aber ich bin müßig, und mir ist just auch ganz wohlig dabei. Denn wenn der Wind so über meinen Rücken streicht, die Vögel so lieb von den Bäumen her zwitschern und die Sonne so lustig lacht, ist es leicht, dem Idealismus zu frönen. Keinem Tiere will ich mehr zu Leidbe rücken, jedem Obdachlosen mein Erspartes geben, dreizehn Kinder adoptieren. Doch wird mir doch ganz schwer ums kleine Herz, wenn ich das krude Treiben dann betrachte und die Menschen dafür verachte, bis ich selbst dann merke, dass ich freilich nicht so anders bin. Doch entspanne ich dann, wie das Gras so freundlich unkt, und lasse die Kunst im Kopfe mich besänftigen. Und wenn mein Geist dann durch die Welten fliegt, sind die Schrecken weit und das Glück fast nah. Und dann seh' ich wieder hüben und drüben die Herrschaftskinder, und ich will hinüberrufen: Versuchet nur den Spagat und träumet, wie es sein könnte und wie es sollte! Macht ihr euch frei von den Sünden, denn irgendwann werden sie euch binden! Und wenn ich so den Winden lausche und mich mit dem Rücken auf die Wies' dort schmiege, scheint alles eigentlich ganz einfach...

Für dich, Taugenichts!

Wer errät, auf welche Erzählung hier Bezug genommen wird, kriegt 'n Kasten

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Freiheit – ich kenne deinen Namen
Freiheit – aus jedem Reklamefilm.
Freiheit – warum habe ich dich hier nie gesehen?

Freiheit – du hast so viele Freunde
Freiheit – gut, dass du im Westen lebst.

Freiheit – das ist so ein schöner Name.
Freiheit – wer bist du, ich kenn dich nicht?
Freiheit – ich hab dich hier noch nie gesehen.


DTH - Goldener Westen

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12.04.2010
| 02:17
Zustand: nachdenklich
Musik: SAT - Der Name im Kristall

Er reist mit mir
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*

Die Wiesen und Wälder rauschen vorbei, während ich aus dem Fenster starre. Der Himmel ist trüb, nur selten sticht mal ein Sonnenstrahl hervor. Meiner Mutter sagte ich gerade noch, dass es mir gewiss guttäte, verträumt aus dem Fenster zu schauen und die Seele baumeln zu lassen. Das dachte ich auch wirklich. Aber ich hatte auch nicht erwartet, dass er mir auf der Fahrt mal wieder Gesellschaft leistet. Er macht mir Angst. Er sitzt nicht weit von mir entfernt stumm da und stiert mich aus seinen grimmig grinsenden Augenschlitzen an, sein lüsterner Blick dringt mir durch Mark und Bein. Doch wenn ich mich seinem Blick stellen will, versteckt er sich, meist mit höhnischem Kichern.
Unangenehm berührt wende ich mich wieder der Landschaft zu, die so sorglos, so idyllisch provinziell vorüberzieht. Ich weiß nicht, ob die Destination gut für mich ist. Der Menschenfeind wartet auf mich, der zu größter Freiheit, aber auch zu größter Einsamkeit führen kann. Bin ich davor gefeit? Ich will weglaufen. Schweißperlen bilden sich auf meiner Stirn. Seine Anwesenheit verursacht mir Übelkeit, macht mich mürbe.

Mein Herz pocht schneller, jetzt spüre ich einen schwachen Hauch am Ohr. Er hält meinen Kopf starr, flüchtend blicke ich aus dem Fenster, während er sich bereits neben mich gesetzt hat und mir Dinge ins Ohr flüstert. Er sei gestern schon da gewesen und vorgestern sowieso, er habe mich beobachtet, ganz genau. Die ganze Woche schon und darüber hinaus, doch die letzten zehn Tage ganz besonders. Er hält inne. Steckt er sich 'ne Zigarette an? Zumindest atmet er tief ein und langsam, mit großer Zufriedenheit wieder aus. Die schöne Landschaft nehme ich vor Panik kaum noch wahr. Nun flüstert er wieder unablässig mit seinem stinkenden Atem in mein Ohr. Dass er alles wüsste. Wie ich das Mädchen, das ich so mag, im Stich gelassen hätte. Wie er mein unehrliches Verhalten entschlüsselt hätte. Wie ich volltrunken wehrlose Mädchen drangsalieren und meinen Freunden sowieso nicht gerecht würde. Er habe es gesehen, dies, und noch viel mehr!

Stumm starre ich weiter aus dem Fenster und versuche, nicht darauf einzugehen, doch ich komme nicht umhin, ihm zu glauben. Innerlich will ich mich rechtfertigen, Dinge richtig- und klarstellen, will laut herausschreien! Aber ich schaffe es nicht. Mal wieder. Bei den Gedanken daran dreht sich mir der Magen um, ich fange an zu zittern, doch er lässt nicht von mir ab. Mein ganzes Leben sei eine Lüge, sagt er. Ein großer Widerspruch vom Schein und Sein. Dass es eigentlich besser wäre, würde ich mich im Kämmerchen einschließen und nie wieder hervortreten, um die Welt nicht mehr mit einfältigen Moralvorstellungen und der klaffenden Wunde zu besudeln. Durch meine Augen sähe er es, alles. Zu schwach sei ich.

Betäubt starre ich weiter aus dem Fenster. Er schnuppert, riecht an meinem Haar und lacht leise. Ich kriege eine Gänsehaut. Sanft streichelt er mir mit seinen alten, eingerissenen Fingernägeln über meinen Nacken, während er mir zärtlich ins Ohr flüstert: "Ich hasse dich." Langsam weicht er zurück, hält inne und fixiert mich, bis er schließlich aufsteht und sich wieder in einen Vierer ein paar Plätze entfernt von mir setzt. Ich entspanne mich ein wenig, aber trotzdem wage ich es nicht, mich umzudrehen, ich spüre weiterhin seinen kalten Blick auf mir ruhen. Musternd. Lauernd. Ich schließe die Augen, atme ein paar Mal tief durch und betrachte wieder den Himmel, die Bäume und die gottverdammten Vögel und versuche, meine Gedanken von ihm zu lösen...

*

 

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Now that she's gone... I can hear her crying my name,
although it doesn't make sense to think about it's insane,
but what if I was something special to her just because I said hi?
What if she would always dream about if I was her guy?
And what if all those hellos we shared went a long way?
What if she felt for me...like in a strong way?


ICP - Vera Lee

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09.04.2010
| 00:53
Zustand: zerzaust
Musik: Insane Clown Posse - Juggalo Island

Ein bisschen Frieden, ein bisschen Freiheit
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Ach, sind sie nicht herrlich, die langen Nächte? Sie lassen dich Sachen sehen, Dinge erleben, von denen man am Tage nur träumt. Sie sind wundervoll, mystisch, nicht so rational verklärt wie der ältere Bruder und die Schöpfungskraft der Künstler. Sie füllen Köpfe, lassen zweifeln, zittern, beten, hoffen. Man benimmt sich daneben, bereut, vereint und liebt. Sie sind der Kontrast zum zermürbenden Alltag. Sie sind Freiheit.

Gestern war auch wieder so eine. Unsere allseits beliebte Nicola hat ein bisschen ihren Geburtstag nachgefeiert, so dass es erst zum Willi ging, dann ins Thanners. Soweit der normale Gang, ein ganz normaler Mittwoch. Dann war da aber noch das Trou, der Bunte Abend in der Stadthalle, Getränk um Getränk, Gespräche um Ängste und Sorgen und die nachfolgenden peinlichen Momente, die sofort wieder weggespült werden im Strudel der Zeit, die freundliche Bäckersfrau und das Deja, in dem man sich irgendwann mit den Zehen eines übergewichtigen, gotisch-alternativen Mädchens im Schritt wiederfindet. Und wenn das Morgen dann weiter vertagt wird, man sich dem Ende der Nacht durch weitere Drinks entsagt, dann wird es manchmal Zeit, in die Schule zurück zu gehen, zu den Wurzeln. Mit Frohsinn, Schabernack und Gerstensaft im Gepäck zogen Franz und ich also dann dorthin, trafen neue Leute und alte Lehrer und freuten uns an der Unerfahrenheit mancher Schüler und allgemein an der spannungsgeladenen Abizeit der frischen Abiturienten und ihrer Mottowoche. Mittlerweile stanken wir ein bisschen, aber das war okay, sodass letztlich, mit dem Wissen bereichert, dass der alte Mathelehrer Herr K. mich nun für den Untergang der abendländischen Kultur hält, die Welt sich mit passierter Tomate und zweitem Bruder zum Willi für Gemütlichkeitsbiere in der Sonne weiterdrehte. So schloss sich der Kreis, die Sorgen waren fern, die Vögel zwitscherten ...

Herrlich.

 

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Denn nur wer Absolutes tut, tut sich und ander'n gut!


Samsas Traum - WerWieWas

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05.04.2010
| 10:46
Zustand: okay
Musik: Samsas Traum - Satanshimmel voller Geigen 2005

austrinken und gehen
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Piet schaute auf, war verdutzt ob der vielen Augenpaare, die ihn anstarrten. So eine Szene war das doch gar nicht, dachte er und kehrte zu seinem Elefanten zurück. Sein Elefant war kein richtiger Elefant mit Rüssel und Schwanz und mehrtonnigem Gewicht, nein. Sein Elefant war eine Wahnvorstellung, würden die Skeptiker sagen, eine verrückte Phantasie, dazu tendierten die Mitfühlenden. Doch das alles war Humbug, sein Elefant war nämlich real! Und einer der wenigen Freunde, die er noch hatte. So kehrte er also zurück zu Lono (seit einer ganzen Weile schon waren sie Gesprächspartner) und versuchte, sein letztes Argument neutral nachzuvollziehen, ohne wieder in einen Wutanfall auszubrechen, so wie eben.
Aber ihm vorzuschlagen, er solle fremdgehen, das konnte doch wohl nicht Lonos Ernst sein. Hatte dieser dumme Elefant gar keine Triebe? Instinkte? Gedanken der Selbsterhaltung? Er konnte und wollte nicht der Vernunft erliegen, nicht dem spießig bornierten Streben nach Status nachgeben, für nichts und wieder nichts. Nein, da war er, trank gemütlich sein Bier in seiner Lieblingskneipe und tauschte mit Lono Gedanken über das Leben aus, wichtige Gedanken, Gedanken von Welt. Er war zufrieden, dachte genügsam. Wieso also diesen Stand ändern? Das führte doch nur unweigerlich zur Katastrophe. Und wie er so Lono ignorierte und seinen Gedanken nachhing, schenkte ihm der Mann hinter dem Tresen sein letztes Bier für heute ein.

Er dachte noch, was für 'ne armselige Gestalt dieser Piet sei, sich jedes mal aufs Neue hier die Hucke vollzusaufen, ohne auch nur mit einem Menschen mal in Kontakt zu kommen. Aber er hatte ja Lono. Der Wirt schüttelte mitleidig den Kopf und begann, Gläser auszuwaschen. Aus dem Radio im Hintergrund tönte blechern "Ein bisschen Frieden" von Nicole.

Fremdgehen... Mit wem? Der Ollen dort hinten? Nein. Dem alten Sack hier vorn? Puh. Der Wirt schien ja nett, aber so einfältig. Worüber sollten sie reden? Hatte der eine Ahnung von Altruismus? Wahrscheinlich nicht, Kleingeist, dieser. Nein, Lono begleitete ihn in jedem schweren Gang, er würde auf Lono nicht verzichten.  Er vertraute ihm.
Und so vergingen weitere Tage und Wochen, bis eines Abends in der Kneipe, Lono und Piet hatten sich gerade über Vaginalverjüngungen im Angesicht der modernen Medienkultur unterhalten, Lono aufsah, Piet anlächelte und platzte. Geblendet schaute Piet verwundert auf, der Wirt war im Keller, sonst niemand da. Es war halb drei Uhr nachts. Stumm besah er seine Hände, schaute noch einmal teilnahmslos auf und kratzte sich am Kinn.
Was blieb? Sollte er seine Gedanken fortsetzen oder Ratschläge annehmen? Diese Überlegung stand noch aus. Für den Moment jedoch verblieb ihm nur wenig. Für den Moment konnte er nur austrinken und gehen.

*

 

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Warum, wieso, weshalb
Hab´ ich diese Richtung eingeschlagen
Und lasse mich von Zweifeln plagen,
Ständig ins Gesicht mir schlagen ?
Wieso, weshalb, warum
Kehr´ selbst heute ich nicht um ?

Weil´s für einen, der Extreme liebt,
Keine leichten Wege gibt !


Samsas Traum - Alles oder Alles

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